Die zukünftige Entwicklung der Kreisstadt als Wohn-, Arbeits- und Geschäftsstandort haben Vorstand und Stadtverordnetenfraktion der SPD Korbach in den vergangenen Wochen in mehreren Sitzungen diskutiert. „Stadtentwicklung ist für uns Sozialdemokraten eine der größten kommunalpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre“, erläuterte Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzende Gudrun Limperg.
Kommunalpolitik
„Gerade der demografische Wandel, die Tatsache, dass wir immer weniger werden und der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung im Wachsen begriffen ist, wurde bislang viel zu wenig berücksichtigt“. Um diesen Entwicklungen wirkungsvoll begegnen zu können, müsse man schon jetzt mit entsprechenden Weichenstellungen beginnen.
Eine zentrale Bedeutung für die Stadtentwicklung kommt nach Ansicht der Korbacher SPD dem Hoppe-Schuhmacher-Gelände am Bahnhof zu. Was man dort nicht brauche, sei ein weiterer Supermarkt oder Filialen von Großmarktketten. Es gehe vielmehr darum, mit neuen Ideen die Innenstadt und den Bereich der Fußgängerzone zu stärken, um in der Konkurrenz mit andern Mittelzentren einen Vorsprung zu erhalten.
„Wir sind uns bewusst, dass dieses Gelände im Privatbesitz ist und wir nur be-grenzten Einfluss nehmen können“, betonte Fraktionsmitglied Ralph Backhaus. Die SPD sei aber gewillt, alle zur Verfügung stehenden politischen Steuerungs-instrumente zu nutzen, um eine zukunftsfähige Entwicklung dieses zentralen Bereichs zu erreichen.
Als sinnvoll erachten die Sozialdemokraten die Errichtung seniorengerechter Wohnungen und kleinteiliger Einzelhandelsgeschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs auf dem Gelände. Damit könne man die Innenstadt beleben und man würde ältere Menschen, die bald schon das Gros der Bevölkerung ausmachen, direkt an die Fußgängerzone heranbringen. Davon könnte der gesamte Innenstadtbereich profitieren.
Die Korbacher SPD sieht sich dabei im Einklang mit der bestehenden Gutachter- und Beschlusslage. „Alle Entwicklungsstudien zum Hoppe-Schuhmacher-Gelände sagen aus, dass nur eine direkte Anbindung an die Fußgängerzone sinnvoll ist“, so Ralph Backhaus. „Besonders zu erwähnen ist hierbei das Programm zum Stadtumbau, welches sogar mit Skizzen eine solche Entwicklung vorsieht; wenn man jetzt anfängt eine solch wichtige Studie ad absurdum zu führen dann hätte man sich das Geld und den Arbeitsaufwand sparen können“.
„Wir sehen uns hier auf dem richtigen Weg und sind zuversichtlich, dass wir die Zustimmung eines großen Teils der Menschen in Korbach erhalten werden“, ergänzte Ortsvereins- und Fraktionschefin Gudrun Limperg. Auch für die wirtschaftliche Entwicklung Korbachs sei das von den Sozialdemokraten favorisierte Projekt optimal.
Limperg kündigte an, dass die SPD zu gegebener Zeit eine Initiative in der Stadtverordnetenversammlung starten werde und auf eine „Mehrheit der Vernunft“ über die Fraktionsgrenzen hinweg setze. Es sei ein positives Signal, dass sich bereits in der letzten Stadtverordnetensitzung die starre Blockbildung der vergangenen vier Jahre aufgelöst habe und Beschlüsse mit wechselnden Mehrheiten gefasst werden konnten.